Startseite
    Alles und nichts
    Streifzug
    2 Dollar Haircut
    3StateCorner
    4Lyn
    Bosshoss
    Caliban
    Daniel Wirtz
    Depended
    Freunde der Nacht/Ruhe
    Highfly
    Jake Porn
    Julia
    Junkhead
    Koroded
    Muff Potter
    Sub7even
    Why Amnesia
    Zero
  Archiv
  Abonnieren
 


 
Links
   die Carina
   der Jenz
   die Maike
   die Sophie
   die Tanja
   die Wiebke
   die Yasmin
   ZURÜCK

Webnews



http://myblog.de/ms-marziporn

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
Bosshoss

Rodeo Ritt auf einem Barhocker

Oder: Welche Körbchengröße hat eigentlich Harrison?

Auf der Suche nach neuen Vertretern der Homo Sapiens Musicans machen meine Schwester und ich eine Expedition in die unendlichen Weiten der Country-Prärien und kommen am 14. Mai in Essen an. Dort, so hat man uns gesagt, würden wir fündig werden. An der Weststadthalle angekommen, heißt es natürlich erst mal warten. Schließlich erfordert das Entdecken einer neuen Art in erster Linie viel Geduld. Also warten wir und nehmen interessiert das Publikum in Augenschein, das sich mit uns The Bosshoss ansehen wird. Bunt gemischt ist es: ein kleiner Metaller hier, ein paar Emos da und zwei Sonntags-Cowboys mit Strohhut (welch Faux Pas!) dort. Alle sind entspannt (nicht so wie bei Bon Jovi am Tag zuvor) und als wir endlich eingelassen werden, suchen Yasmin und ich uns einen strategisch gut gewählten Platz. Hier direkt vor der Bühne können wir das kommende Geschehen gut betrachten. Als erstes fällt dieses riesige Bosshos-Banner auf. Ein Totenkopf in der Mitte, flankiert von zwei schwarzen Einhörnern – die Jungs haben jetzt schon einen Stein bei mir im Brett!! Sollten sie das nicht mehr brauchen, werde ich versuchen, ihnen das abzuschwatzen. Es würde sich hervorragend an meiner Wand machen. Memo an mich selbst: den Jungs ne Mail schreiben und meinen Anspruch geltend machen. Hoffentlich vergesse ich das nicht. Aber weiter im Text, die Halle ist im Moment noch leer. Ein paar Tische an der Wand, die sofort von einigen okkupiert werden. Auf der Bühne nur die Instrumente von The Alpine. Doch was ist das? Die Sonntags-Cowboys mit den Strohhüten sitzen auf dem Bühnenrand!! Irgendjemand hat mit mal erzählt, nur Groupies würden sich da hin setzen (daher tu ich das ja auch nicht). Männliche Groupies? Sachen gibt’s…
The Alpine kommen auf die Bühne und schon beim ersten Hören fällt auf: die sind nicht schlecht! Auch wenn Yasmin sich eher um die Konstitution des Sängers sorgt: “Ich möchte dem was zu essen geben, der hat ja so dünne Beine…“ Diesen Satz werde ich noch häufiger von ihr hören. Trotzdem haben wir viel Spaß mit ihnen. Aber ein Blick über die Schulter verrät: irgendwie kommen die beim Rest des Publikums nicht an. Teilnahmslos stehen die meisten da, es wird hier und da mal ein bisschen applaudiert, aber mehr auch nicht. Nur zwei Mädels, die direkt hinter mir stehen, sind Gedanken verloren am tanzen. Schade eigentlich. Bei Two Steps gibt der Sänger das Mikro an die Keyboarderin weiter, die übrigens barfuss auf der Bühne steht, und der Bass hat Pause. Das finde ich dann doch sehr schade, ist es doch gerade der Bass, der einem Song Tiefgang verleiht. So klingt es für mich dann doch, wie oberflächliches Geplänkel. Aber B.O.B. macht das dann wieder wett. Ein verdammt cooler Song und der Sänger, dem Yasmin immer noch was zu essen kaufen gehen will, geht richtig ab. Nach Mondays ist die zeit von The Alpine dann auch schon vorbei und vor der Bühne füllt es sich zusehends und auch auf der Bühne beginnt geschäftiges Treiben. Ein Kontrabass wird abgestellt, ja, das sieht doch viel versprechend aus. Ein richtiger Brüller ist dann aber Harrison, ein Rinderschädel mit einem schwarzen BH als Augenbinde. Ob das Tier zu Lebzeiten wirklich Harrison hieß, lässt sich natürlich nur spekulieren, aber ich finde, der Name passt. Welche Körbchengröße trägt der eigentlich? Yasmin ist der Meinung, dass der Schädel sich auf jeden Fall in ihrer Wohnung sehr gut machen würde. So sind dann die wichtigsten Dinge auf der Bühne schwesterlich aufgeteilt worden. Nun ist es aber zeit, dass die Herren Cowboys sich mal blicken lassen. Was sie dann auch tun. Zuerst aber nur via Video und in dem scheinen sie mit ihren Mädels doch einige Probleme zu haben. So fliegen Gitarren aus dem Fenster, Boots sollen aus ebenfalls selbigen fliegen, was dann aber mit einem “Not the boots!“ verhindert werden soll. (Ob denn niemand dem guten Hoss gesagt hat, dass Cowboystiefel nur dann kaputt gehen, wenn man mit einer Dampfwalze drüber fährt, sie einen Sturz aus dem Fenster aber problemlos überstehen?) und Kaffee wechselt seinen Bestimmungsort. The Bosshoss haben Humor – ein weiterer Stein in meinem Brett. Mit diesen zwei Stiefeln in meiner Tür, ist es fast unmöglich, sie nicht zu mögen. Und dabei hab ich sie noch nicht mal in natura gesehen. Aber das ändert sich ja jetzt.
Auf die Bühne kommen sieben echte Kerle. Sieben Cowboys in Jeans, weißen Unterhemden, ihren wohl heißgeliebten Boots machen es sich auf der Bühne bequem. Wenn man mir früher gesagt hätte, dass man auf einem Barhocker so derbst abrocken kann, hätte ich ihn wohl oder übel für verrückt erklärt, aber Boss Burns wird mich in den folgenden zwei Stunden eines besseren belehren. Der geht vielleicht ab. Rodeo ist nichts dagegen. Kindergeburtstag. Und was hat der Mann für eine Stimme. Mein Chorleiter würde für so einen Bass wohl alles tun. Klar, dass man ihn Mr Underground nennt. Sie beginnen mit Little Less Conversation, ein wahren Klassiker und mein persönlicher Favorite. Ich wünschte, ich könnte mich mehr auf die einzelnen Instrumente konzentrieren, aber ich bin zu sehr damit beschäftigt mitzurocken. Aber die Jungs auf der Bühne haben nicht nur sichtlich Spaß, sie verstehen es auch, andere damit anzustecken. So bleibt mir nur, ein Gesamturteil abzugeben: Derbst geil. Trotzdem haben sie aber auch mit den Tücken der Technik zu kämpfen, denn Hoss Powers Gitarre klingt nicht so wie sie sollte. Eigentlich klingt sie gar nicht. Eine neue muss her, aber das ist ja nicht dasselbe und so wird immer wieder so lange rumprobiert, bis sein Baby wieder zum Einsatz kommt. Er ist ihr nun mal treu. Was ihn sehr sympathisch macht und so avanciert er zu einem meiner Lieblinge des Abends. Ein Weiterer ist Russ T. Nail, ein Gitarrenvirtuose, der sich sehr in die Riemen schmeißt. Was für Soli, da können sich andere ne Scheibe von abschneiden. Das nenn ich Einsatz. Was die Songs angeht, finde ich Hey Ya und Hot In Here besonders klasse. HipHop meets Country und in dem Fall ist der Country um Längen cooler, lässiger und smoother. Yeehaw ist das beste Beispiel dafür. Das die hinter mir nicht anfangen Square Dance zu tanzen ist alles und das kollektive Yeehaw, zeigt, dass sie mit mir einer Meinung sind, und so wird munter weiter gerockt und mitgesungen. Während Words up, der letzen Zugabe, gelingt es mir eine von Boss’ Carlsberg-Flaschen für Yasmin zu sichern, die sie dann nach der Show, dann auch von ihnen signieren lässt. Und ja ich gestehe, die Single I Say A Little Prayer, die ich extra dafür mitgebracht habe, wird ebenfalls unterschrieben. Das erste Mal, dass ich mir was signieren lasse. Bis jetzt sind nur drei Unterschriften drauf, aber das macht nichts. Ich werde wiederkommen. YEEHAW!
17.5.06 01:27





Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung