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Zu Gast bei Slut in der Dortmunder Live Station am 05.04.2008

"Hey! Bist du morgen auch in der Live Station?" hat mich Carina gestern im ICQ gefragt. "Nein", war meine Antwort," was ist denn da?" - "Slut für nur 8€!" Das klingt doch nach was...

So bin ich heute hier. Gestern Sub7even in Bochum, heute Slut in Dortmund. Bleibe also dem Buchstaben S und dem Ruhrpott treu. Slut habe ich ja schon mal auf dem Campusfest in Dortmund gesehen und so freut sich der Literaturstudent in mir auf ihren Mackie Messer aus der Dreigroschenoper.

Carina wartet am Eingang und bevor wir die Live Station entern, stärken wir uns noch am Bahnhofskiosk. Doch bevor wir Slut geniessen können, hat der liebe Gott Trip Fontaine gesetzt. Also einen strategisch guten Platz vor der Bühne gesichert und los geht's.... Irgendwie ist es komisch, dass vor der Bühne noch so viel Platz frei ist, aber wer weiss, vielleicht taut das Publikum ja noch auf. Kommen wir also zu Trip Fontaine, ein Punk Quintett aus Dudenhofen: ein Drummer und vier Saiter. Joar, schaut gut aus. Die Jungs legen los und scheinen alle unter Strom zu stehen. Hervgorragend! Die Musik würde ich als experimentell einstufen: Stellenweise sehr hart, passagenweise sehr melodiös und machmal gänzlich ohne Lyrics. Beim zweiten Song weiss ich dann auch, warum so viel Platz ist vor der Bühne. Der Sänger wirft nämlich mal eben ein kaputtes Becken runter. Ein Schritt weiter vorne und das Ding hätte mich erschlagen. Das ist aber nicht so schön. Musiker, die ihre Intrumente malträtieren sind mir ja sehr suspekt. Das Beweisstück wird erstmal sichergestellt...

Weder Carina noch ich wissen, was wir von den Jungs halten sollen. "Nicht schlecht, aber auch nicht überragend!" ist ihr Urteil. Und auch ich bin mir noch uneins. Es ist viel los auf der Bühne (gut), aber irgendwie chaotisch. Jeder scheint da auf einem eigenen trip zu sein und wenn ein anderer im Weg steht, Pech für ihn (nicht gut). Es gibt keine klassische Bandaufteilung (gut), so zeimlich jeder steht da mal am Mikro oder bearbeitet die Felle, aber sie schmeissen mit Becken um sich (nicht gut). Die Musik ist wie gesagt sehr vielseitig (gut). Sie haben sich echt was einfallen lassen, hier und da ein Michael Schanze Plopp, aber wenn man schon eine Posaune ins Spiel bringt, dann sollte man auch sichergehen, dass man weiss, wie man damit umgeht (nicht gut). Carinas Kommentar bei dem Ich-tu-mal-so-als-wäre-ich-Posaunist: "Das können wir auch. Komm, wir gründen ne Band!" Da mache ich mit.

Nach dem Auftritt von TF allgemeines, hektisches Gewusel auf der Bühne und ich meine noch zu Carina: "Pass auf, die wollen ihr Becken wiederhaben und rufen mich gleich aus..." - "Äh, die junge Dame, die das... " weiter kommt er nicht denn mein Rumgewinke zeigt Wirkung. Nebenbei bemerkt, ich habe mich nicht gross von der Stelle bewegt. Schon lustig. Bis er das aber endlich abholt, vergeht noch eine Weile: Linda kommt und erzählt, warum sie sich verspätet hat, wir erzählen die Beckengeschichte und kommen mit anderen Umstehenden zu dem Ergebnis, dass sie das gegen Bier auslösen müssen. "3 Bier, mindestens!" Es wird aber letztenendes nur eins. Was lernen wir daraus? Auch für Rocker wird das Bier backstage streng rationiert.

In der Zwischenzeit wird es vor der Bühne immer voller und auch auf selbiger tut sich einiges... Ein Beamer wirft Videosequenzen an die Wand. It's Slut Time! Ich habe die Ingolstädter zwar erst einmal live gesehen, aber nach intensiven MyspacePlayerHören kann ich Wednesday und Come on sogar mitsingen. Yeah! Ich mag Slut. Zwar nbicht so hart wie Sub gestern, aber schön melodiös und gute Texte. besonders toll find ich aber, dass man bei Slut nicht umgepogt wird. Keine Wall of death, keine Moshpit, keine Killing time. Sorry, Daniel, aber ich bin sicher, du weisst, wie ich das meine. Die ersten Reihen tanzen zwar, aber umgerempelt wird nicht. Alles schön friedlich. Hinten gibt's zwar schwules Rumgesitze und Rumgestehe, aber das ist bei allen Konzerten so. Ab geht's immer nur vorne. Und auf der Bühne? Keine 5 Stromkreise wie bei TF, die Kurzschlüsse verursachen, wenn sie sich in die Qurere kommen, aber das da eine band auf der Bühne steht, dass sieht man. Und Chris hat es auch nicht nötig den Ich-tu-mal-so-als-wäre-ich-Akkordeon-Spieler zu geben. Das kann er wirklich. Kunst kommt eben doch von Können! "Also das können wir dann doch nicht", meint Carina troken.

Und noch etwas, dass positiv auffällt: Ja, es wird von den Fans lautstark nach bestimmten Songs verlangt. Aber die sind dann doch tatsächlich von der Band, die da grad auf der Bühne steht. Mackie Messer, zum Beispiel. Und das kommt auch dann natürlich. Das Leben ist manchmal doch ein Ponyhof, ein Wunschkonzert!
6.4.08 23:45


Oster-Rock im JZ Herten

Eiersuchen war gestern, heute ist Eierrocken angesagt; mit den Jungs von Diary, King’s Tonic, The Die Is Cast und Armes Raised High.

Wer Ostersonntag keine Lust auf trautes Home Sweet Home hat, kommt zum geflegten Oster-Rock ins Jugendzentrum Nord in Herten. So auch ich, aber nicht zum fröhlichen Eiersuchen, -rocken oder nur -kochen, nein, ich kam unter Anderen zum Pastakochen. Hippobooking hat gerufen und ich bin dann selbstverständlich da.
Zum Backstage-Treiben nur soviel: Selten so pflegeleichte und handzahme Bands erlebt. "Kann ich bitte Kaffee mit Milch haben?" (Nicht wahr Chris? ) Und auch die Sandwiches aus dem Sandwichtoaster erfreuen sich groser Beliebtheit. Ein "tolle Idee!", "Spitze!" oder "Dann kann man sich was machen, wann man will!!" allerorten... Nix mit Starallüren - hinter der Bühne.
Auf selbiger sieht das natürlich ganz anderes aus.

Arms Raised High aus Hannover, zum Beispiel, sieht man nicht an, dass die band in dieser Formation erst seit 2 Wochen besteht. (Zur Info: Jan und Joachim verliessen Big Boy Caprice, Manu wechslte vom Bass an die Gitarre und Den und Chev stiessen dazu. Voilà, Armes Raised High waren geboren.) Der Abend beginnt also mit schönem melodiösen Punk. "My number has changed" informieren sie uns. Klar, nach einem Wechsel, würd ich auch machen... Das Publikum freut sich - wenn auch noch etwas verhalten, aber der Abend hat ja gerade erst begonnen. ARH lassen es sich aber dennoch nicht nehmen, zu rocken wie die Weltmeister. Das ist die richtige Einstellung!

The Die Is Cast entern nun die Bühne. Die Bochumer/Recklinghausener Jungs haben schon mit The Casting Out in der Bochumer Matrix gezockt und - "The Good News" - heute ist nun Herten dran. Das Publikum wird auch langsam wach. Die Show der Jungs ist ja auch der Wahnsinn. Nur soviel, Diary werden einen Tag später auf deren Myspace-Seite schreiben: "Das war doch mal ein feines Spektakel! Combos, deren Sänger sich von deren Bandkollegen die Klampfe vor die Fresse hauen lassen, finden wir sowas von gut..." Ja, das kann man so stehen lassen.

Mal einen Blick in den Backstage-Raum: hier bekommt Jenny aka Oster-Hippo gerade ein Ständchen der besonderen Art: "Häääääppiiiiii börsdey tu juuuuuuu, hääppiiii börsdey tu juuuu, hääääppiiiii böööööörsdeeeey liiiiiieeebeee Jennyyyyy, hääääppiiiiii böööhöööörsdey tu juuuhuu!" Was lernen wir daraus: "In einer Küche voller Musiker NIE, NIE, wiklich NIE sagen, dass man Geburtstag hatte...." Gut, das ich das jetzt auch weiss. Aber zurück auf bzw vor die Bühne...

... welcome King’s Tonic. Weiter im Punk. Das Publikum ist während TDIC auch immer näher gekommen, aber dem guten Swen immer noch nicht nah genug. Immer wieder fordert er "die schüchternen dahinten" auf, ruhig näher zu kommen. "wir beissen nicht". Kurz alle noch darüber informiert, dass der gute Christos sich heute Abend in einer anderen Band (Tri State Corner) die Hände wund trommelt "aber der Andi macht das schon" und schon wird der Nachbar gef****. Natärlich nur metaphorisch. ) Und die Mädels in der ersten Reihe sind "Naked". Natürlich auch nur metaphorisch. ) James aber dann im wahrsten Sinne des Wortes. Ok, halb-nacked. Aber immerhin.
Schade nur, dass ich mir die Jungs nicht zuende ansehen kann und erst recht, dass ich auf Diary verzichten muss. Wird aber nachgeholt. Ich bring auch wieder den Kaffee mit...
26.3.08 00:19


Hell Bunny goes Trashpoppen

Nein, was bin ich heute wieder zweideutig ;-)

Nachdem ich bei Tanja und Carina in ihren Blogs immer vom Trashpop gelesen habe, habe ich beschlossen, mir das mal anzusehen. Also nix wie hin!! Natürlich nicht allein. Ich nehme Yasmin mit. Schließlich braucht man doch moralische Unterstützung beim Wühlen in den Untiefen des Trashpops.
Wir treffen Carina (leider ohne Tanja) am Hbf Essen. Von da sind es nur noch ein paar Minuten bis zur temple Bar. Auf dem Weg hin noch ein kurzes Briefing an uns Trashpop Novizen: “Also es ist klein und es wird auf jeden fall sehr eng und voll werden. Leider wird es auch immer asiger, also sagt nicht ich hätte euch nicht gewarnt.“ Vor der temple bar bereits ein Pulk junger Leute. Also rein, runter und da sind wir. “Oh, das ist ja noch richtig leer hier... Wir müssen gleich da in die Ecke, da ist es am besten.“ Also wirklich Carina, das ist nicht klein, dass ist eine Nussschale!! Aber na ja, es kann nur besser werden, also nix wie an die Theke. Einen Wodka-Redbull für Yasmin, einen Caipirinha für Carina und einen Cuba Libre (eigentlich fehlt da ja noch jemand) für mich. Und dann ab ins Getümmel. Es dauert nicht lange und wir sind wirklich mittendrin. Mittendrin, das bedeutet an der Treppe, Opfer von sehr verzweifelten und sehr hartnäckigen Gruppenkuschlern, Auf-die-Füsse-Tretern und werden Zeugen des sehr merkwürdigen Verhalten von sehr, sehr verzweifelten 18jährigen Emoschnitten und Indieschlampen mit Hausfrauenkopftüchern. Dazwischen eine fragende Carina, ob man es je für möglich gehalten habe, mal zu Bushido zu tanzen. Ich bekenne, dass ich von dem Kerl noch niemals auch nur einen einzigen Song gehört habe, denn ich bewege mich musikalisch gesehen in höheren Sphären, als dem Trashpop und so kenne ich die meisten Songs gar nicht. Geschweige denn, die Namen der Interpreten oder die Lyrics. Aber es sind auch bekannte Gesichter da. Und so kommen wir in den Genuss eines Retro-Rausches. Das Yasmin und ich nicht untergehen, haben wir einzig und alleine Carina zu verdanken, die sich immerwieder todesmutig zwischen uns und die Partywütigen wirft. Wenn sie nicht wäre, dann wären wir beide mit Sicherheit zerquetsch worden... Ein Hoch auf Carina!!!!!! KICK ARSCH, BABY!!!! Aber nun zu den bekannten Gesichtern: Der David sucht immer noch die Freiheit, die er ja später – seiner Meinung nach – an der Berliner mauer gefunden und sogar freigelassen hat. die Britney stellt fest, dass es doch tatsächlich Leute gibt, die nicht gut für sie sind, weil giftig. Der Hans-Peter ruft uns alle zum Carpe Diem auf. Der Will erzählt uns, dass er ganz in schwarz nach Miami fährt. Ja, es sind tatsächlich ein paar da, die man kennt. Nach kaum einer Stunde da hat Yasmin sie schon alle durchschaut - die Emoschnitten und Indieschlampen, es sind alles kleine Poser!!! “Im MySpace stellen die sich als ja sowas von cool dar. Lassen sich von den angesagtesten Geheimtipp-Bands adden, weil sie ja soo hip sind. Aber eigentlich sind das alles kleine Mainstreamer, die hierher kommen unter dem Vorwand, dass sie sich ja lustig machen über den Trashpop. Aber eigentlich stehen die insgeheim ja total drauf!!“ Ja, das sagt alles. Da die temple bar nicht nur klein und voll ist sondern auch über so ziemlich gar keine Belüftung verfügt, gehen wir mal kurz nach oben. Luft, Luft, Luuuuft. Aber die Luft bekommt nicht jedem. Und so kommt es zur zweiten Schlägerei des Abends. Die erste war wohl bevor wir gekommen sind. Aber das ist ja auch kein Wunder. Der Laden ist klein und die lassen zu viele Leute rein. Ach ja, und Alkohol sollte sowieso verboten werden. Der bekommt den wenigsten. Aber jetzt mal ernsthaft. Ich bekenne, dass ich schockiert bin. Ich bin nun auf so vielen Rock-Gigs gewesen, auf denen auch viel gebechert wurden ist. Aber auf keinem einzigen hat es eine Schlägerei gegeben, von zwei ganz zu schweigen!! Carina eröffnet uns das Deutschland seinen neuen Superstar gefunden hat: Mark. Und ich sehe eine tolle Zukunft als zukünftiges Mitglied der Trashpop-Gemeinde auf ihn zu kommen. Wir gehen wieder runter und es scheint, als wäre den Machern der party ein Licht aufgegangen: es darf keiner mehr rein. Nur noch die mit Stempel! Wir haben ja einen also dürfen wir uns weiter berieseln lassen. Von Flat Eric zum Beispiel. Hin und wieder müssen wir ein paar Emos und Indies in ihre Schranken verweisen, die meinen und auf der Nase – oder besser auf unseren Füssen herumzutanzen. “Die meinen ich soll erwachsen werden? Erst sich den Platz erschleichen: wir möchten nur durch *flöt* und dann das? Ich bin mit Sicherheit älter als die.“ Ja, ja Yasmin, so sind sie die kleinen, unbesiegbaren und erwachsenen Emos… Kurz bevor wir gehen wollen kommt Deichkind und Carina muss unbedingt noch bleiben. “Die rocken total!“ Unsere Vorstellung von rocken-total gehen also weit auseinander. Zu viel Elektro! Aber egal. Ich denke, ich werde wiederkommen und Yasmin kommt mit…
6.5.07 19:57


Also Burner, das heisst, dass das ganz toll ist...

Oder: Mit Cosmo durch die Epochen seines Schaffens

Jenny hat mich gefragt, ob ich mir nicht mit ihr Cosmo Klein im Fritz Henssler Haus ansehen mag. Ich kenn ihn zwar nicht, aber hat mich das je abgehalten? Nein, hat es nicht! Zumal das ein acoustic evening werden soll. Und das klingt doch sehr viel versprechend… Ich bin noch nie zuvor im FHH gewesen und staune nicht schlecht, als ich die Sitzreihen vor mir sehe. Vorlesungsfeeling bei einem Konzert? Fehlen nur noch die alten Holztische, die Stühle sind ja schon da. Das Publikum ist bunt gemischt und Jenny und ich schaffen es, uns einen Platz recht weit vorne zu sichern: vierte Reihe links. Zwar nicht erste Reihe mitte, aber macht ja nix. Licht aus, es geht los. “Ja, ich weiß ja nicht ob ihr das wisst, aber ich bin Cosmo Klein.“ Ui… da ist ja einer schüchtern, denk ich mir. Seine restlichen Mitstreiter kommen dazu: Hey, erkennst du ihn(der Drummer, Anmerk. der Autorin) ? Er war Mittwoch im FZW dabei.“ Jenny hat wohl mein erstauntes Gesicht bemerkt. Ja, die Welt ist doch ein Dorf! Cosmo erklärt uns den Verlauf des heutigen Abends: Also, heute, wird alles anders! Es werden die Epochen seines Schaffens durchwandert. Ein Album nach dem anderen und ganz neue Sachen zum Schluss. Ok, dann wollen wir mal. Schon sein zweiter Song, Addicted, ist ne Wucht. Und noch dazu kenn ich den!! Schön easy going. Ganz smooth kommt er daher, wie heiße Schokolade. Und weil die ja bekanntlich glücklich macht, hält es das Publikum nicht mehr auf den Sitzen. Na bitte! Konzerte im Sitzen? Das geht doch nicht und Jenny findet das auch. Nach Talk To Me und Boys and Girls soll eigentlich was Rockiges kommen, Love in Progress, aber “ihr dürft heute dazu kuscheln“ Der Song ist neu, der Song gefällt den Leuten offensichtlich, denn alle rocken doch dazu. “Ist ja auch tanzbar“, und so bittet Cosmo uns sein GB voll zuschreiben mit: Ui.. die neuen Sachen sind ja sooo toll!! Denn die Plattenfirma glaubt das ja nicht. Werd ich machen. Zwischen durch heißt es hinsetzten, aufstehen, mitrocken und wieder hinsetzten. Meine Güte, Sport am frühen Abend?! Bei der nächsten Nummer sitzt keiner mehr. Ich auch nicht. “Ja, den nächsten Song habe ich Ende der 70er Jahre geschrieben. Der hat auch Hitpotential und wird deshalb als nächstes ausgekoppelt. Wie gesagt, ich habe den 79 geschrieben, ach ja, 78 bin ich geboren…“ (Je, ne, is klar.) “Und der geht so” I remember when, I remember, I remember when I lost my mind…. Yeah es folgt so ziemlich die coolste Interpretation von Crazy, die ich je gehört habe. Genauso einmalig, wie die Interpretationen, die meine Cowboys from Hell immer machen. Come on now, who do you, who do, who do, who do you think you are? Eine Cosmo Klein Begeisterte!! Das kann nichts mehr toppen. Nicht die 2 Zugaben, nicht Grandpa und Barkeepers Home. Auch nicht, das Cosmo uns eröffnet, wir seine das beste Publikum seit Hamburg. Das war wohl nicht so das wahre gewesen. Egal, ich komm auf alle Fälle wieder.
20.4.07 23:48


Grooven, jammen und strahlen

Es ist der dritte Mittwoch im Monat, also der Groove-Session-mit-Freistil-im-Domicil-Mittwoch und ich habe versprochen Jenny dahin zu begleiten. Also nix wie hin. Auf dem Weg zum Domicil scheine ich soetwas wie ein Deja vu zu haben, denn der Mann der mir da entgegen kommt und im Domicil verschwindet sieht doch sehr nach dem Lemke-Kai aus. Aber bevor ich noch mal genauer hinsehen kann, ist er wie gesagt auch schon wieder verschwunden. Egal, ich habe gleich noch genug Zeit darüber nachzu denken, aber erst einmal Jenny begrüssen.
Ok, bin oben und erstaunt, dass der mann von vorhin nicht nur aussieht wie der gute Kai, es IST Kai! Angenehm überrascht setzte ich mich. Und dann geht es auch schon los. 6 Leute stehen auf der Bühne, 1 Mädel Sista Silk an der ersten Stimme, NDN an der zweiten, der Kai- ser (nein, wie einfallsreich ;-) ) am Bass und, ja, die Namen des Drummers (Patrick?) , des Gitarristen und des Keyboarders hab ich nicht so ganz mitbekommen. Schande über mein Haupt!! Nichts desto trotz rocken alle wie Sau und ich frage mich, warum ich das nicht schon früher entdeckt habe. Egal! Die Meister auf der Bühne jammen was das Zeug hält. Na ja, nicht alle. Es tut mir ja sehr leid, aber dieser Rapper?/HipHoper? geht gar nicht. Um es mit seinen Worten zu sagen: “Zwischen Mann und Frau muss es grooven. Wenn es nicht groovt, dann läuft es nicht. Wer weiß es besser als ich?“ Stimmt, es groovt überhaupt nicht. Vielleicht habe ich ja von Rap/HipHop keine Ahnung, aber seine Stimme nervt und seine Vokals erinnern mich sehr an Gymnasiasten-Lyrik: “Komm nach vorn, wir trinken nen Korn“?!
“Hello melody, good to see you, come in my friend!“ Sista Silk meets Harry Belafonte oder so im kubanischen Metal. So muss das! Mir fällt die ganze zeit auf, wie geil der Kai-ser doch an seinen 4 Saiten ist. Ein geniales Basssolo und eine Hommage an Freddie Mercurys Under Pressure später und man muss einfach vor ihm auf die Knie fallen und schreien: Ich bin unwürdig! Danach heißt es: Unsere Bühne ist eure Bühne und es darf munter drauflos gejammt werden. Ich bin immer überrascht, wie gut diese unterschiedlichen Musiker doch alle einen gemeinsamen Nenner finden. Ok, die einen besser, als die anderen. Dann kündigt Sista Silk die Gastband Linarockt an. Strahlende Musik von Herzen für Herzen. Die vier sind zwar noch etwas jung, schaffen es aber dennoch mich zu überzeugen. Besonders mit ihrem Song fürs Herz: Zuviel Du. Ja, die heißt es im Auge behalten….
19.4.07 00:47


Eine Überschrift, die Tanja nicht hat ;-)

Es ist Freitagabend und ich mache mich kurz entschlossen auf dem Weg zum Dortmunder Campusfest. Slut spielen da heute. Ich hab zwar noch nichts von denen gehört, aber 1) ist es besser als freitagabends zu Hause zu sitzen und 2) werden Tanja und Carina auch da sein, also bin ich nicht allein. Kaum auf dem Fest angekommen, es sind nicht so viele da, wie ich angenommen hatte, bekomme ich erst einmal ein Programm in die Hand gedrückt und soll am O2-Stand an einem Gewinnspiel teilnehmen. Was es zu gewinnen gibt, sagt mir aber keiner. Immerhin gibt es einen Kuli, ein Schlüsselband und ein paar blaue Weingummi-Os. Aber nun zur Bühne!
Im Moment spielen ModeExecuteReady aus Dortmund. Ich bekomme noch ein paar Takte von ihnen mit, dann ist es auch schon vorbei. Als nächstes soll Bernd Begemann mit seiner Befreiung kommen. Laut Programm ein „…Qualitätssiegel des deutschsprachigen Pop, ein Feuerwerk aus Alltagspoetik, Stand-up-comedy und rockig bis jazzig-zart gespielten Liedern…“ Das Feuerwerk lässt aber auf sich warten. Denn die Rakete Begemann B. steigt nicht auf, sondern stürzt ab. Verheddert in einem Gitarrenkabel geht sie zu Boden! Dortmund, wir haben ein Problem! Auch danach zündet nichts mehr. Ok, hin und wieder lache ich, aber eher über ihn anstatt mit ihm, wie es wohl sein sollte. Aber er ist nun mal nicht witzig und von Alltagspoetik hab ich auch mehr erwartet. Das Beste der Show ist der letzte Song, ja singen tut er auch: Die Band ist am Ende. Welch Befreiung! Und das ist sie dann auch. Pünktlich zum Schluss trudeln Tanja und Carina nebst Anhang ein. Alle froh dem Absturz von Begemann B. nicht mit entgangen zu sein. Es füllt sich. Slut müssen ja richtig gut sein. Und das sind sie auch. Auch wenn Tanja befürchtet, dass ich das nur sage, um freundlich zu sein. “Weil, die sind ja nicht so hart, wie du es magst. Die sind ja eher ruhig.“ Ja, das sind sie wirklich, aber das macht ja nichts. Eine Band, die die Drei-Groschenoper neu intoniert. Da lacht mein Kompa-Studi Herz. Allerdings heißt es dann, dass die komplette Interpretation der Oper nicht veröffentlicht werden darf, sondern nur Häppchenweise. Tjaha, es kann der beste Musiker nicht in Frieden Cds herausbringen, wenn’s der bösen Kurt-Weill-Stiftung nicht gefällt. Der Rest der Show war ruhig. Musikalisch, wie ereignistechnisch. Keine großen Vorkommnisse. Dann: Einer der Veranstalter kommt auf die Bühne. Stille. Buhendes Publikum. Der Veranstaltungstyp tippt auf eine nicht vorhandene Uhr. Lauter buhendes Publikum. Offensichtlich müssen Slut aufhören. Es kann halt der beste Musiker nicht in Frieden musizieren, wenn’s dem bösen Nachbarn nicht gefällt. “Nur noch ein Song.“ Heißt es. Irgendwie werden dann aber doch mehr draus. Also doch nur much ado about nothing?? (Und es mir egal, was die Shakespeare-Stiftung dazu sagt.) Dann ist es aber doch vorbei und wir machen uns auf die Suche nach dem Sonnendeck, wo die große After-Show-Party stattfinden soll. Nach einigen Versuchen meinerseits Carina zu überzeugen, dass ich doch tatsächlich einen Plan lesen kann, und einem “ich hab doch gleich gesagt, dass wir da lang müssen“, ihrerseits kommen wir dann im Sonnendeck an. Die Musik ist toll und somit der Platz rar. Total überfüllt. Ein Alternativplan muss her. Die Option trinken-saufen-und-tanzen-in-Bochum überzeugt mich dann aber nicht. Also geht’s nach Hause…
24.6.06 13:05


One wild night mit Nickelback und Bon Jovi

Heute ist es soweit. Bon Jovi mit Nickelback als Support starten ihre Tour in Düsseldorf. 60 000 werden mit mir diesen Start zelebrieren. Da ich nicht so weit hinten stehen möchte, mache ich mich zeitig in meinem Richie-Sambora-Stranger in This Town-US-Solotour von 1991-T-Shirt auf den Weg. Um 16 Uhr soll Einlass sein und ich bin bereits um halb 3 an der LTU-Arena. Offensichtlich bin ich nicht die Einzige, die weit nach vorne möchte und so befindet sich bereits eine lange Schlange am Eingang zum Innenraum. Da ich aber alleine bin, fällt es nicht auf, dass ich mich etwas vorbei mogele. Als die Tore endlich aufgehen, beginnt plötzlich das große Rennen um die vorderen Ränge zu erreichen und auch ich lasse mich davon anstecken. Im Innen-Innenraum angekommen beginnt wieder das große Warten. Ich beschließe, mir die zeit mit fotografieren zu verkürzen und versuche, die sitzende Masse vor der Bühne zu erreichen. Aber mir wird sehr schnell klar, dass die Damen damit nicht einverstanden sind. “Verpiss dich, wir lassen dich nicht weiter. Was willst du hier eigentlich?“ Die sitzenden Fans fotografieren ist meine Antwort. “Dann geh gefälligst hinten rum!“ werd ich angegiftet. “Sehr sinnig, wenn ich euch von vorne haben will…“ Aber ich habe keine Lust, mich mit zickenden, schlecht geschminkten Schicksen abzugeben und so gehe ich wieder. Leider werde ich auch im Weiteren feststellen müssen, dass gerade diese Hardcore-Weiber, die bereits seit 4 Uhr da sind, extrem aggressiv und unentspannt sind. Das habe ich bis jetzt auf keinem anderen Konzert so erlebt. Und ich war dann doch schon auf dem einen oder anderen. Aber vielleicht ist es auch der Neid der Besitzlosen, denn mein T-Shirt ist ja eine Rarität und so ernte ich einige neidvolle und gehässige Blicke.
Kurz bevor Nickelback anfangen, suche ich mir dann ein kleines Plätzchen vor der Bühne, von wo ich einen guten Ausblick auf das Geschehen habe. Ich habe Nickelback bis jetzt nur am Rande erlebt und muss nun zugeben: Bildungslücke! Die Band ist extrem gut. Zu schade, um nur als Support bezeichnet werden. Ich werde mir die CDs besorgen. Aber ihren Support-Job machen sie gut. “Are you ready for Bon Jovi??” werden wir mehrfach gefragt. Was für eine Frage! “I’ve never seen them before. So today ist the first time!“ gesteht Frontmann Chad Kroeger. Noch einer der heute zum ersten Mal eine Band live erlebt. Besonders schön finde ich Far Away. “Most of the love songs are about tearing your heart out of your chest, but this not” Eine echt schöne Ballade, ohne schmalzig rüberzukommen. Rockig eben, aber mit Herz. Never Again rockt dann wieder richtig, so wie ich es mag. Ich frage mich, ob sie auch You Remind Me spielen, den einzigen Song, den ich vorher schon kannte, wie ich zu meiner Schande gestehen muss. (Aber ich hol mir ja ihre Alben noch. Großes Indianer Ehrenwort!) Und natürlich tun sie es. Endlich kann ich auch mit der Band und den 50 000 in der Arena mitsingen. wenn man so nicht gebührend auf Bon Jovi eingestimmt wird, weiß ich auch nicht. Aber erstmal heißt es wieder warten. Und auch in dieser Pause erlebe ich, wie unfreundlich, die Fans doch sind. Rumgezicke aller Orten und so wünsche ich mir mehrfach, jemand möge diesen frustrierten Weibern, denn es sind nur Frauen, einen Joint anzubieten, nur damit sie mit dem Rumgekeife aufhören. Eine war besonders schlimm und ich hoffe, sie liest das:
Mädel,
1) Es ist utopisch, auf einem Konzert mit allen seinen Leuten zusammen zu bleiben und ich muss das wissen, ich war schon auf einigen. Wenn ihr in Sichtweite bleibt, ist das schon gut.
2) Nur weil du um 9 Uhr schon da bist, heißt das NICHT, dass du “Anrecht“ auf einen bestimmten Platz hast. Du hast mit deiner Karte nur das Recht erworben in den Innenraum zu gehen und mehr nicht. Wenn du einen ganz bestimmten Platz willst und den dann auch für dich beanspruchen willst, dann kauf dir gefälligst eine Sitzplatz-Karte!
3) Auf Konzerten tanzt man für gewöhnlich, da kommt man sich dann schon mal näher. Wenn dir das nicht passt, weil du ja der Meinung bist, der Platz gehört dir, was ich ja bereits in 2) widerlegt habe, hast du im Innenraum nicht zu suchen. Also hör gefälligst auf, anderen deinen Ellenbogen ins Gesicht zu rammen.
4) Wenn du dich jetzt persönlich angegriffen fühlst: “SCHICKSAL!“. Ich hoffe, du erinnerst dich daran.
So, das musste mal gesagt werden. Kommen wir nun zu Bon Jovi. Mein erstes Mal war in Ad konfluentes (lateinischer Name der Stadt Koblenz, zu irgendwas müssen die Latein-Kurse ja gut sein.) ich habe also mein halbes Leben mit ihnen verbracht und so ist ein Muss, bei ihrem Tourstart dabei zu sein. Diese Jahre haben aber auch ihre Spuren hinterlassen. So fällt mir als erstes auf, dass John an diesem Abend extreme Schatten unter den Augen hat. Wahrscheinlich der Jetlag, ist er doch schon über 40. Aber das macht ja nichts. Auch bei Richie hat die Zeit, ihre Spuren hinterlassen. Zugenommen hat er, aber trotzdem sieht er immer noch verdammt gut aus, besonders mit Hut. War er doch immer meine Nummer 1), da können auch ein paar Kilos mehr nichts ändern. Der Anfang ihrer Show ist schon ein Knaller: You Give Love A Bad Name und I’d Die For You (2. und 8. Song von dem 1986 erschienenen Album Slippery When Wet. Ja, so was weiß ich!))und die Halle tobt. Im Laufe des Konzerts fällt mir immer wieder auf, dass sie nicht mehr die Jüngsten sind. So ziemlich alle Songs werden ein bisschen langsamer gespielt als sonst. Aber wie heißt es doch so schön: “It’s Alright!“ Wir werden alle nicht jünger. “It’s Alright! It’s Alright!“ Und wieder ein Rocksong wie er im Buche steht: “It’s My Life! It’s now or never!“ Klar, das ich da mitbrezel, was das Zeug hält. Das absolute Highlight des Abends ist dann aber I’ll Be There For You, denn Jon ist nach hinten gegangen, um sich umzuziehen, und so ist es an Richie den Song vor einem Meer von Feuerzeugen zu performen. Ja, ich gestehe, ich bin wohl der Welt größtes Richie Sambora Groupie. Der Mann hat eine Stimme zum Darniederknieen. Wie Zartbitterschokolade. Das ich nicht geschrieen habe: Heirate mich, ich will ein Kind von dir und dann ohnmächtig geworden bin, ist alles. Aber so was habe ich ja noch nie gemacht und werde ich auch wohl nie. Aber genug geschwärmt, zurück zur Show. Natürlich darf Keep The Faith nicht fehlen. Und nach Richies Ballade springen, singen und tanzen alle wieder mit. Jonhat aber auch eine Bühnen-Präsenz und wenn er singt “Raise Your Hands“ dann kann ich nicht anders, dann mache ich das einfach. Zusammen mit den anderen 49 999, denen es nicht anders geht. Während der letzten Zugabe I’ll Sleep When I’m Dead mache ich mich dann auch auf den Weg nach hause. Mir fällt auf, dass ich noch keinen Merch-Stand gesehen habe, also keinen Button für mich und ich finde es sehr schade, dass keine Möglichkeit mehr für mich besteht, mir mein Shirt unterschreiben zu lassen. Da besteht keine Chance auf so einem großen Konzert. Na ja, vielleicht beim nächsten Mal…
17.5.06 01:21


Dankolicious

Danko Jones rocken die Zeche in Bochum

Was für ein Abend! Gerade verlasse ich die Zeche Bochum, wo Danko Jones mit Quit Your Dayjob und Brant Bjork and The Bros ein musikalisches Stell-dich-ein gegeben haben.
Da auf der Heimfahrt ein Gespräch mit meinen Kommilitoninnen unmöglich ist – schließlich piepen ihnen immer noch die Ohren – habe ich Zeit, die letzen Stunden noch einmal Revue passieren zu lassen:
Als wir die Zeche Bochum erreichen, ist es Viertel vor 8. Das Konzert scheint ausverkauft zu sein: einige Fans stehen mit “Suche Karten“ Schildern am Straßenrand. Und tatsächlich, wie ich im Verlauf des Abends von dem jungen Mann am Mischpult erfahren sollte, sind alle 850 Karten weggegangen, wie warme Semmeln. Beim Einlass erfolgt die obligatorische Taschen-Kontrolle und nach einem kurzen: “Nur Frauenzeug!“ bin ich drin. Obwohl es noch sehr früh am Abend ist, schließlich sollen Danko Jones erst um 9 Uhr 25 die Bühne entern, ist die Halle soweit ich sehen kann, gut gefüllt. Nach ein paar Metern dann die ersten bekannten und auch langen Gesichter. Die erste Vorband Quit Your Dayjob hat bereits gespielt und soll nach Serpils Meinung “nicht soo toll“ gewesen sein. “Das kann ja heiter werden!“ Irgendwie scheinen die alle nicht so begeistert von dem Abend hier zu sein und auch meine beiden Begleiterinnen sind mehr als skeptisch, ob der Abend sein Geld wert gewesen ist. Allerdings lasse ich mir nicht die gute Laune vermiesen und mache mich an, das Terrain zu sondieren. Wie der Soundgarden in Dortmund – nur kleiner und mit einer schön breiten Treppe (die später zu einem Aussichtspunkt erster Güte avancierte) zur Galerie, das ist die Zeche. Und wie der Soundgarden ist sie vor allem eins: voll, laut, mit Zigarettenstummeln, Kaugummi und Glasscherben auf dem Boden, es riecht nach Bier, Schweiß und noch mehr Bier. Die Fans sind aber alle durchweg sehr nett und ihre Vorfreude auf Danko Jones prangt mir von mehreren T-Shirts entgegen. Fast schäme ich mich, die Band (noch) nicht zu kennen, habe ich mich die vorausgegangen Tage doch standhaft geweigert, mir die von Bekannten zur Verfügung gestellten CD’s anzuhören. Es lebe der erste Eindruck! Aber bis Danko Jones kommen, ist es ja noch etwas hin. Schließlich spielen erst noch Brant Bjork and The Bros. Da es unmöglich ist nach vorne zu kommen, da die ersten Reihen schon mehr als gut gefüllt sind, setzte ich mich wie erwähnt auf die Treppe. Ein Segen, wie sich bald herausstellen soll, aber auch ein Fluch. Von meinem Platz aus habe ich einen phänomenalen Ausblick auf die noch leere Bühne.
Wie gesagt, es kommt noch eine Vorband, aber der Geist von Danko Jones ist allgegenwärtig. So hängt ein riesen Banner über der Bühne und erinnert alle daran, warum sie hier sind: DANKO JONES Erstaunt bemerke ich, dass nicht nur ein Schlagzeug auf der Bühne steht, sondern 2, aber bevor ich mir die Bühne noch genauer ansehen kann, ist es schon Zeit für Brant Bjork. Ich muss sagen, dass sie bei mir nicht so gezündet haben und das ging wohl nicht nur mir so. Die vorderen Reihen sind sehr verhalten, es fehlt das Gepoge, das bei all meinen Konzerten bis jetzt obligatorisch war, und um mich herum auf der Treppe gilt die besondere Aufmerksamkeit meiner Mitstreiter eher den Handys als der Band. Von links hinter mir dringen sogar Gesprächfetzen über Fußpilzcreme an mein Ohr. Aber ich kann ihr mangelndes Interesse schon verstehen: Brant Bjork scheinen auf irgendwas zu warten. An mehreren Stellen habe ich zwar das Gefühl als würde ein ICE mit Tempo 200 auf mich zukommen, aber er kommt nicht an sondern verliert sich im Nichts. Und dabei könnte die Band doch so gut sein. Die Gitarren schnurren, der Sänger hat eine klasse Stimme, die Basslines sind gut gesetzt und das Schlagzeug treibt alle an. Aber wie gesagt, sie scheinen zu ’warten’. Was auch schade ist, dass sie mit dem Publikum nicht interagieren, oder nur wenig, was im Bassisten seinen Höhepunkt findet, der die ganze Zeit der Menge seinen Rücken zukehrt. Ich weiß bis heute nicht, wie der Mann aussieht! Der einzige, der offensichtlich Spaß auf der Bühne hat, ist der Drummer. Er bearbeitet die Felle als gäbe es kein Morgen und kommt so meinem Ideal am nächsten. Da bin ich nicht allein mit meiner Meinung und kann so bei einem besonders coolen Drumsolo 2 einsame Headbanger in der Menge ausmachen.
Nachdem die Jungs die Bühne verlassen haben, noch ein kurzer Umbau. Es kommen immer noch Leute und daher müssen die ’Treppensitzer’ immer mal wieder aufstehen, um die Ankömmlinge vorbei zu lassen. Langsam mache ich mir Sorgen, wie wir am Ende alle hier raus kommen. Ich beschließe, einfach mit meinen Mädels eher zu gehen. Und so haben wir uns hinterher noch vor dem letzen Stück auf den Weg durch die Massen gemacht. Selbstverständlich hab ich beim Merch-Stand Halt gemacht und einen Button für meine Sammlung erstanden…
Aber zurück zu Danko. Nach dem Umbau geht alles sehr schnell. Licht aus- Spot an – Jubel! Und ich weiß sofort, wo der ICE geblieben ist, der bei Brant Bjork irgendwie verschütt gegangen ist. Danko Jones brezeln mir ein Intro entgegen, dass ich zum ersten Mal froh bin, bei einem Konzert nicht in der ersten Reihe zu sein. Das Publikum ist von der ersten Sekunde Dankos Mann und das Pogen beginnt. Ich bin sicher, spätestens beim 3. Song gibt’s den ersten Crowd Surfer und siehe da, ich soll Recht behalten. “Are you fucking ready?“ fragt er, das Publikum schreit, brüllt, aber er scheint mit der Reaktion noch nicht zufrieden. “ARE YOU FUCKING READY?“ Das Publikum ist bereit und er sichtlich mit sich und der Welt zufrieden. So stelle ich mir das vor. Eine Rampensau vor dem Herrn. Und auch die Musik ist klasse: laut, roh und rotzig! Es war definitiv ein Fehler, mir nichts von ihnen vorher anzuhören und so kenne ich die Songs nicht. Dabei schreien sie gerade danach mitzubrezeln. Auch mein Platz erweist sich als nicht so gut gewählt. Normalerweise bin ich immer ganz vorne, in der Menge, beim Tanzen, und so gibt es von Anfang an den Impuls: Du – dahin! Mittenrein! Aber ein Hinkommen ist jetzt unmöglich. Zu voll. Das Publikum tobt. Danko spielen Sleep is the enemy. Und das Publikum tobt noch mehr. Hätte nicht gedacht, dass das noch zu steigern wäre. Nach ein paar weiteren Songs erfahren wir von Danko sein persönliches Ziel des Abends: “After this night, you will call me delicious!!” Nun, das kann er haben. Aber ich würde noch weiter gehen. ’Delicious’ ist zu wenig. Der Mann ist Dankolicious…
11.4.06 15:23





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